Tobias Reichmann blieb als Ersatzmann im deutschen Olympia-Kader ohne Einsatz. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Tom Weller/dpa)

Für Handball-Nationalspieler Tobias Reichmann sind die Olympischen Spiele in Tokio vorzeitig beendet. Der Rechtsaußen vom Bundesligisten MT Melsungen wird am Dienstag ohne einen Einsatz die Heimreise antreten, teilte der Deutsche Handballbund mit.

Grund dafür sind die olympischen Regeln, wonach der Ersatzmann im Olympia-Kader mit Beginn der K.o.-Runde nicht mehr nominiert werden kann. «Mir war klar, was auf mich zukommt. Natürlich bin ich traurig und enttäuscht, dass die Olympischen Spiele für mich so verlaufen sind – nah dran, aber doch nicht richtig dabei», sagte Reichmann.

Der 33-Jährige hatte 2016 mit der DHB-Auswahl den EM-Titel und Olympia-Bronze in Rio gewonnen. Seinen Teamkollegen will er nun aus der Ferne die Daumen drücken. «Unserer Mannschaft wünsche ich maximalen Erfolg und die Energie, in Tokio noch drei weitere Schritte zu gehen», sagte Reichmann. Deutschland trifft am Dienstag im Viertelfinale auf Ägypten.

DHB-Sportvorstand Axel Kromer lobte den Routinier für dessen Engagement. «Wir sind Tobias Reichmann sehr, sehr dankbar, dass er diese Rolle akzeptiert, die gesamte Vorbereitung bestritten und sich in Tokio für den Notfall bereitgehalten hat», sagte Kromer.

Ersatztorwart Silvio Heinevetter bleibt dagegen vorerst in Tokio. Der 36-Jährige dürfte im Falle einer Verletzung von Andreas Wolff oder Johannes Bitter, die im Turnier das deutsche Torhüter-Gespann bilden, in einem möglichen Medaillenspiel ins Aufgebot rücken. Reichmann und sein Vereinskollege Heinevetter durften in Tokio nicht bei der Mannschaft wohnen und nur am Training teilnehmen. «Beide sind auch mit Abstand Teil unseres Teams und haben großen Sportsgeist gezeigt. Das verdient riesigen Respekt», sagte Kromer.

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