Will mit dem Sieg im Supercup in die Saison starten: THW-Coach Filip Jicha. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Uwe Anspach/dpa)

Beflügelt von der Rückkehr der Zuschauer will der THW Kiel im Supercup gegen Pokalsieger TBV Lemgo Lippe gleich bei der Saison-Ouvertüre ein deutliches Zeichen setzen und den ersten Titel holen.

«Wir haben unsere Mannschaft erst eine Woche komplett zusammen. Sieben Spieler waren bei den Olympischen Spielen, das ist eine Herausforderung für den Trainerstab. Aber ich verliere einfach nicht gerne», sagte THW-Trainer Filip Jicha.

Vier Tage vor dem Bundesliga-Auftakt ist das Duell Meister gegen Pokalsieger an diesem Samstag (19.00 Uhr/Sky) in Düsseldorf für Kiel eine willkommene Standortbestimmung und für den deutschen Handball ein erster Schritt zurück zur Normalität. Bis zu 8000 Zuschauer sind für das traditionelle Event zugelassen.

Spieler erwarten Fan-Rückkehr

«Trotz Digitalisierung bleibt Handball vor vollen Rängen von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung und ist emotional nicht zu ersetzen. Wir wollen daher zeitnah zur Vollauslastung zurück», betonte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann mit Blick auf die Bundesliga und ergänzte: «Insbesondere die Spieler freuen sich jetzt auf die Rückkehr unserer Fans.» Jicha bestätigte das. «Wir Profi-Sportler sind ein wenig wie Schauspieler: Wir brauchen die große Bühne, um unsere besten Leistungen abrufen zu können», sagte der Kieler Meistertrainer.

Schon vor dem Saisonstart gibt es ein großes Dankeschön für die Treue der Anhänger in Form einer Kampagne mit dem Titel «#IHRSEIDDIESTARS». «Die Kraft, die Solidarität und die Treue unserer Fans hat uns bis hierher durch die Corona-Krise getragen. Dies wollen wir besonders anerkennen», sagte Liga-Präsident Uwe Schwenker.

Ob die Fans nach langer Abstinenz gleich wieder in Scharen kommen, muss sich aber erst noch zeigen. «Ich glaube, dass man den Zuschauern etwas Zeit geben muss, sich wieder an die Situation zu gewöhnen. Wir können nicht davon ausgehen, dass alle wieder sofort in die Halle strömen», sagte Lemgos Trainer Florian Kehrmann in einem Interview der «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» und ergänzte: «Wir müssen so tollen Handball spielen, dass die Fans wieder in die Hallen wollen.»

Das war dem Außenseiter im Pokal-Halbfinale gegen Kiel eindrucksvoll gelungen. Diese Rechnung will der THW nun begleichen und mit einem Erfolg gleich richtig Schwung für die Jagd nach weiteren Triumphen aufnehmen. «Wir wollen, dass in allen Wettbewerben der Titel über uns geht», verkündete Geschäftsführer Viktor Szilagyi das ambitionierte Saisonziel.

Den seit 1994 ausgespielten Supercup haben die Kieler bereits zehnmal gewonnen – zuletzt im Vorjahr gegen den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt. Lemgo kann zwar auch schon vier Siege vorweisen, allerdings liegt der bisher letzte schon 18 Jahre zurück. Damals war Kehrmann als Spieler dabei, nun möchte er den Pokal auch als Trainer in den Händen halten. «Wir wollen nicht nur hinfahren und den Supercup als Vorbereitungsspiel auf die kommende Saison sehen. Wir wollen dieses Spiel gewinnen, auch wenn Kiel der große Favorit ist», sagte der Weltmeister von 2007.

Von Eric Dobias, dpa

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