Deutschlands Emily Bölk und Xenia Smits (weiße Trikots) setzte sich gegen die Niederlande durch. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Kolektiff Images/dpa)

Deutschlands Handballerinnen tanzten nach dem überzeugenden Start in die Hauptrunde der Europameisterschaft ausgelassen über das Parkett – und auch Bundestrainer Markus Gaugisch hatte ein breites Lächeln im Gesicht.

Mit dem Gala-Auftritt beim 36:28 (17:13) gegen die Niederlande hat sich die DHB-Auswahl bei der Endrunde eindrucksvoll zurückgemeldet und neue Hoffnungen geweckt. «Das war wichtig für die Mannschaft und eine Belohnung für das, was sie bisher investiert hat. Jeder hat heute seinen Beitrag geleistet», lobte Gaugisch. 

«Das war eine tolle Leistung»

Dank des klaren Erfolges im Duell mit dem Weltmeister von 2019 am Freitagabend vor 389 Zuschauern in Skopje verbuchte das DHB-Team die ersten beiden Punkte in der zweiten Turnierphase, in der Olympiasieger Frankreich und Rumänien die weiteren Gegner sind. «Ich bin total happy und stolz auf die Mannschaft. Das war eine tolle Leistung», sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Nach zuvor fünf Niederlagen war es für Deutschland der erste Sieg gegen den Erzrivalen aus dem Nachbarland seit gut zwei Jahren. Wie die Niederländerinnen weist die DHB-Auswahl nun 2:4 Zähler auf und nimmt nach der enttäuschenden Vorrunde zumindest das Erreichen des Spiels um Platz fünf wieder ins Visier. Dazu muss Rang drei in der Hauptrundengruppe II her. Sogar das Halbfinale ist noch möglich – zumindest theoretisch. 

«Wir haben tollen Handball gezeigt und sind cool geblieben. Das war eine große Steigerung gegenüber der Vorrunde. Ich hoffe, dass wir da weitermachen können. Mal schauen, wozu es noch reicht», sagte Co-Kapitänin Emily Bölk. «Wir haben noch zwei sehr schwierige Spiele gegen Frankreich und Rumänien vor uns. Aber wenn wir so auftreten, ist vieles möglich.» 

DHB-Auswahl wie ausgewechselt 

Die DHB-Auswahl präsentierte sich nach dem Umzug in die nordmazedonische Metropole gegenüber dem schwachen Auftritt beim 21:23 im Vorrundenfinale gegen Spanien wie ausgewechselt. «Wir sind traurig und verärgert angereist, wollten hier aber an neuem Ort gegen neue Gegner wieder bei null starten», berichtete Kreisläuferin Luisa Schulze nach dem Abpfiff. «Dieser Erfolg ist unfassbar wichtig.»

Zwar leistete sich die deutsche Mannschaft zu Beginn erneut einige Fehler und lag beim 2:5 nach fünf Minuten schnell mit drei Toren zurück. Doch dieses Mal ließen sich die Gaugisch-Schützlinge davon nicht beeindrucken. Mit einem 4:0-Lauf vom 5:8 zum 9:8 gelang Mitte der ersten Halbzeit erstmals eine Führung, die zusätzliche Sicherheit gab. Die Abwehr stand kompakt und im Angriff wurden die Chancen konsequenter genutzt als in den Spielen zuvor. 

Auch in der Folge agierte das DHB-Team konzentriert und überzeugte vor allem kämpferisch. Der Lohn: drei Minuten vor der Pause betrug das Polster beim 16:13 drei Tore. Und es kam noch besser, denn die formverbesserte Julia Maidhof baute die Halbzeit-Führung auf vier Treffer aus.

Nach dem Wechsel zog Deutschland beim 21:16 sogar auf fünf Tore davon. Doch in diesem Rhythmus ging es zunächst nicht weiter. Einige Unkonzentriertheiten ließen den Vorsprung umgehend wieder auf zwei Treffer schmelzen. Allerdings agierten auch die Oranje-Frauen fehlerhaft, weil die deutsche Deckung ständig Druck ausübte. So gelangen immer wieder Ballgewinne, die mit schnellen Gegenstößen zu leichten Toren genutzt wurden. Zudem war Torfrau Katharina Filter mit zahlreichen Paraden ein starker Rückhalt. 

Mitte der zweiten Halbzeit sah es beim 27:23 immer noch gut aus für das DHB-Team, das die Führung in der Schlussphase weiter ausbaute und am Ende einen unerwartet klaren Sieg bejubelte. «Wir haben mit klarem Kopf agiert und hinten haben die Absprachen gepasst. Die Mannschaft hat das sehr diszipliniert gemacht», resümierte Gaugisch.

Eric Dobias, dpa

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