Die Magdeburger um Gisli Kristjansson (l) holten sich gegen die Füchse einen Sieg. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Ronny Hartmann/dpa)

Der SC Magdeburg hat mit einem meisterlichen Auftritt die Füchse Berlin von der Tabellenspitze gestürzt und das Titelrennen in der Handball-Bundesliga nach einem unerwarteten Patzer von Rekordmeister THW Kiel noch spannender gemacht.

Im Topspiel des 22. Spieltages setzte sich der Titelverteidiger überraschend deutlich mit 34:29 (15:11) durch und hievte damit die spielfreien Rhein-Neckar Löwen auf Platz eins.

Die Mannheimer weisen bei Punktgleichheit mit den Berlinern (beide 37:7) die bessere Tordifferenz auf. Magdeburg verfügt bei zwei Spielen weniger als Tabellenvierter über 33:7 Zähler und hat damit ebenfalls weiter beste Chancen auf die Meisterschaft.

Bittere Heimpleite für Kiel

Kiel erlebte eine bittere 31:34 (11:17)-Heimpleite gegen den SC DHfK Leipzig, bleibt mit 34:8 Punkten vorerst aber Dritter. «Die Niederlage tut richtig weh, aber wir müssen sie akzeptieren. Wir haben zu viel Unruhe und kein Selbstvertrauen, das ist das Problem», haderte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak beim Pay-TV-Sender Sky mit dem schwachen Auftritt und prophezeite: «Die Liga ist so eng, das wird ein geiler Kampf bis zum Ende.» Denn auch der Tabellenfünfte SG Flensburg-Handewitt (32:10) mischt nach einem 34:32 (18:19) gegen den HSV Hamburg weiter im spannendsten Titelrennen seit Jahren mit.

Den überzeugendsten Auftritt der Favoriten legte Magdeburg hin. «Wir haben den Grundstein für den Erfolg in der Abwehr gelegt. Das war phänomenal, fantastisch. In der zweiten Halbzeit haben wir uns in einen Rausch gespielt. Der Sieg hätte noch höher ausfallen können, wenn wir nicht angefangen hätten, das Spiel zu verwalten», sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert.

Beste Werfer beim Sieger waren Kay Smits mit zehn Toren und Gisli Kristjansson (8). Für Berlin trafen der Ex-Magdeburger Robert Weber und Dänemarks Weltmeister Mathias Gidsel jeweils siebenmal.

Siewert: «War heute zu wenig von uns»

«Wenn du in Magdeburg gewinnen willst, musst du 20 Prozent besser sein als sie. Das waren wir nicht», sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning über das Berliner Debakel vor 6600 Zuschauern. Und Trainer Jaron Siewert räumte ein: «Das war heute über weite Strecken zu wenig von uns. Bei mir ist momentan alles im tiefroten Bereich.»

Dabei agierten die Gäste zunächst auf Augenhöhe und lagen nach 20 Minuten knapp mit 9:8 vorn. In der Schlussphase der ersten Halbzeit leistete sich der Hauptstadt-Club jedoch zu viele technische Fehler und scheiterte zudem immer wieder am starken SCM-Torwart Nikola Portner. Der Schweizer parierte in den ersten 30 Minuten acht Würfe und hatte damit großen Anteil am Vier-Tore-Polster zur Pause.

Das wuchs nach dem Wechsel beim 25:15 (44.) erstmals sogar auf zehn Treffer an. Magdeburg hatte die einseitige Partie nun komplett im Griff und brachte den verdienten Sieg trotz einiger Nachlässigkeiten sicher nach Hause.

Von Eric Dobias, dpa

Von