Viola Leuchter (r) war mit sechs Treffern die beste deutsche Werferin des Spiels. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Henning Bagger/Ritzau Scanpix/AP/dpa)

Matchwinnerin Viola Leuchter fühlte sich geehrt. Nachdem die deutsche Handball-Hoffnung ihre verdiente Auszeichnung als Spielerin des Spiels abgeholt hatte, verließ die 19-Jährige das WM-Parkett in Herning auf den Schultern ihrer Teamkolleginnen.

Angeführt von der wurfgewaltigen Teenagerin zeigten Deutschlands Handballerinnen zwei Tage nach der Klatsche gegen Schweden die erhoffte Reaktion.

Die DHB-Auswahl setzte sich im ersten Platzierungsspiel gegen Tschechien am Freitag mühelos mit 32:26 (14:12) durch und spielt am Sonntag um Platz fünf. Mögliche Gegner sind die Niederlande oder Montenegro. «Der erste Schritt ist gemacht, hinten raus auch souverän», sagte Bundestrainer Markus Gaugisch.

Blick auf Olympia

Der 49-Jährige hatte gemeinsam mit seinem Trainerteam nach dem phasenweise desolaten Auftritt gegen Schweden viel Aufbauarbeit leisten müssen. «Es war nicht so einfach, nach dem Negativ-Spiel wieder rauszukommen. Der Sieg war wichtig, egal, wie er zustande kommt», befand der DHB-Coach.

Ein Erfolg zum WM-Abschluss am Sonntag wäre nicht nur für die Stimmung in der Mannschaft wichtig, das DHB-Team könnte sich so auch eine gute Ausgangsposition für das Olympia-Qualifikationsturnier im Frühjahr verschaffen. Das Ticket hatte sich die deutsche Sieben mit dem Einzug ins Viertelfinale gesichert.

Maue Torausbeute

Im Gegensatz zum Schweden-Spiel erwischte die DHB-Auswahl gegen das Nachbarland vor gerade einmal 200 Zuschauern einen deutlich besseren Start und führte schnell mit 8:3. Im Viertelfinale hatte Deutschland 14 Minuten auf sein erstes Tor warten müssen.

So überzeugend wie in der Gruppenphase war der deutsche Auftritt zunächst aber nicht. Der Abwehrblock stand, doch die Torausbeute war angesichts zahlreicher Chancen mau. Vor allem über die Außenpositionen scheiterten Antje Döll und Johanna Stockschläder zeitweise im Minutentakt an Tschechiens starker Torhüterin Petra Kudlackova. Die Halbzeit-Führung mit zwei Toren war knapper als nötig.

Die Emotionalität fehlt

«Ich glaube, man hat es uns in der ersten Halbzeit noch angemerkt, dass es emotional ein bisschen gefehlt hat. Aber ich bin froh, dass wir es in der zweiten Halbzeit besser machen konnten», sagte Leuchter nach der Partie. Die Teenagerin, die erstmals bei dieser WM in der Startformation stand, war mit sechs Treffern beste Werferin im deutschen Team.

Gemeinsam mit Xenia Smits und Amelie Berger hatte Leuchter nach der Pause die Tempogegenstöße konsequent ausgespielt. Gleichzeitig funktionierte die Abstimmung in der Defensive besser und Tschechien fand kaum noch Lücken. Egal, ob der Gegner am Sonntag Montenegro oder Niederlande heißt – die Aufgabe dürfte aus deutscher Sicht deutlich schwerer werden.

Von Jordan Raza, dpa

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