Alina Grijseels feiert ihren Treffer im Testspiel gegen Mitgastgeber Schweden. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Johan Nilsson/TT News Agency/AP/dpa)

Erstmals in der Handball-Geschichte richten mit Norwegen, Schweden und Dänemark drei Gastgeber eine Frauen-WM aus. Die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Markus Gaugisch steigt am 30. November mit dem Spiel gegen Japan ins Turnier ein. 30 Jahre nach dem letzten WM-Triumph geht es für die DHB-Auswahl aber um viel mehr als nur den Titel. Fragen und Antworten zur Weltmeisterschaft der Handballerinnen.

Wie ist der Modus? 

An der WM nehmen 32 Teams teil, die in der Vorrunde auf acht Vierergruppen aufgeteilt werden. Während die Gruppenletzten im sogenannten President’s Cup ihre Endplatzierungen ausspielen, ziehen die besten drei aus jeder Gruppe in die Hauptrunde ein – und nehmen ihre Vorrundenpunkte mit. Aus den vier Hauptrundengruppen mit je sechs Teams qualifizieren sich jeweils die besten zwei für das Viertelfinale. Dann geht es im K.o.-Modus weiter. 

Wo wird gespielt?

Das Turnier wird an sechs Orten gespielt, die sich gleichmäßig auf die drei Gastgeberländer verteilen. In Dänemark wird in Frederikshavn und Herning gespielt – in Herning bestreitet auch die DHB-Auswahl all ihre Partien. Die dortige Arena Jyske Bank Boxen ist mit 15 000 Plätzen die größte des Turniers. Trondheim und Stavanger sind die norwegischen Austragungsorte, in Schweden wird in Göteborg und Helsingborg gespielt. 

Wer sind die deutschen Gegner?

Die DHB-Auswahl trifft in der Gruppe F auf Japan, den Iran und Polen. «Die Polinnen sind die stärksten Gegner. Die Japanerinnen mit ihren schnellen Spielerinnen sind unangenehm. Iran ist Außenseiter», sagte Rückraumspielerin Alina Grijseels. Der Einzug in die Hauptrunde gilt als sicher, dort würde das Team von Gaugisch gegen die besten drei der Gruppe E spielen. Neben Vize-Europameister Dänemark könnten das Chile, Rumänien und Serbien sein. 

Wie stehen die deutschen Chancen auf den WM-Titel? 

Ein WM-Titel für Deutschland wäre eine Riesensensation. Die Vorbereitungsspiele gegen den Olympia-Vierten Schweden verliefen durchwachsen. Auf einen 33:30-Sieg folgte ein 23:30. Für die deutschen Frauen war es die erste Niederlage in diesem Jahr. Top-Favorit auf den WM-Titel sind die Handballerinnen aus Dänemark, Norwegen und Frankreich. Für die Mannschaft um das Kapitäninnen-Duo Grijseels und Emily Bölk ist der Einzug ins Viertelfinale realistisch. In ihrer Vorrundengruppe ist die DHB-Auswahl klarer Favorit. Und auch in der Hauptrunde wäre Gastgeber Dänemark der einzige Gegner, der klar höher einzustufen ist.

Worum geht es noch? 

Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024 in Frankreich ist das große Ziel der deutschen Handballerinnen. Die Weltmeisterinnen oder das beste noch nicht qualifizierte Team sichern sich ein direktes Ticket für die Spiele. Die DHB-Auswahl strebt einen Platz unter den besten sieben an. Dieser würde die Teilnahme an einem der Qualifikationsturniere garantieren. Insgesamt sind zwölf Mannschaften bei Olympia dabei. Gastgeber Frankreich, EM-Sieger Norwegen, Südkorea, Angola und Brasilien sind schon qualifiziert. 

Wer überträgt die Handball-WM?

Die Spiele laufen nicht im Free-TV. Der Internet-Sender Sportdeutschland.TV überträgt alle 112 WM-Partien und verlangt dafür 15 Euro. Einzelne Spiele kosten 5 Euro, der Finalrunden-Pass mit den vier entscheidenden Partien 10 Euro. 

Von Jordan Raza, dpa

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